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Ein Mond wird entdeckt Das Rätselraten um den neunten Planeten des Sonnensystems ging in den kommenden Jahrzehnten weiter, ohne daß man wesentliche, neuere Erkenntnisse gewinnen konnte. Bis zum 22. Juni 1978 mußten sich die Plutoforscher gedulden. An diesem Tag gab nämlich James W. Christy vom Lowell Observatory die Entdeckung eines Plutomondes bekannt, den er auf im April und Mai am 1,55 m Spiegel aufgenommenen Photoplatten anhand einer charakteristischen Ausbeulung des Plutoscheibchens gefunden hatte. Vergleichsbeobachtungen von J. Graham am 4,01 m Spiegel des Cerro Tolo Observatory, sowie R. Foy und D. Bonneau am 3,6 m Spiegel des Mauna Kea Observatory auf Hawaii bestätigten Christys Fund am 6. Juli 1978, und so verlieh dieser dem neuen Himmelskörper (dessen vorläufige Bezeichnung zunächst 1978 P-1 lautete) aus mythologischen Gründen den Namen Charon, nach dem Fährmann, der die Toten zur Unterwelt, des Reiches Plutos geleitete. Durch die Entdeckung eines Plutomondes (nach neuesten Erkenntnissen muß man hier wohl eher von einem Doppelplanetensystem sprechen) vereinfachte sich die Bestimmung seiner Parameter erheblich. Dabei kam auch heraus, daß Walkers und Hardies Messungen von Plutos Rotationsdauer vor allem deswegen falsch waren, weil sich in ihnen die Umlaufzeit des Mondes (= 6,3867 Tage) widerspiegelt. Die Gesamtmasse des Systems konnte übrigens auf 0,0023 Erdmassen festgelegt werden - ein Wert, der überrascht. Der gegenseitige Abstand von Pluto und Charon beträgt etwa 19.000 km. Nach aktuellen Messungen von Klaus Reinsch und Manfred W. Pakull (Institut für Astronomie und Astrophysik der TU Berlin), die 1985 am 90 cm- und 2,2-m Teleskop des European Southern Observatory auf La Silla in Chile gewonnen wurden, ergaben sich Durchmesser von ca. 2200 km für Pluto und ca. 1160 km für Charon. Epilog Das über viele Jahrzehnte zusammengetragene Wissen über den vor etwas mehr als 60 Jahren per Zufall entdeckten Planeten konnte zwar in den letzten Jahren, dank verbesserter Beobachtungstechnik, schrittweise erweitert und ergänzt werden, doch nach wie vor gibt es große Lücken (z. B. das Problem der eigentlich zu geringen Masse für das Gesamtsystem), die sich selbst durch den Einsatz des Hubble Space Telescopes nicht unbedingt schließen lassen. Andererseits ist die Entdeckungsgeschichte Plutos geradezu ein Paradebeispiel für die Irrwege und oft verschlungenen Pfade, die in der Wissenschaft, auch heute noch, beschritten werden müssen, um vielleicht irgendwann in ferner Zukunft zu einem Forschungsergebnis zu gelangen, welches dem Bild der Natur am nächsten kommt. |
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